Rückblick

So., 27.06.2021 – Stadtwanderung mit den NaturFreunden "Auf Rübezahl's Spuren"

Der Einladung „Auf Rübezahl`s Spuren“ folgend, traf sich eine kleine Gruppe am Sonntag, 27. Juni 2021, um sich gemeinsam auf eine Friedenswanderung durch Würzburg zu machen.

Treffpunkt war um 09.45 Uhr am „DenkOrt-Denkmal“ vor dem Hauptbahnhof in Würzburg.
Das DenkOrt-Denkmal erinnert daran, dass von hier aus ein großer Teil, der aus Unterfranken deportierten Menschen jüdischen Glaubens, abtransportiert wurden. Zwischen 1941 und 1944 mussten sie ihre Heimat verlassen.
Im Januar 1946 kamen Vertriebene aus Stadt und Landkreis Trautenau nur mit einem Koffer am Hauptbahnhof in Würzburg an, in einer Stadt, die fast vollkommen zerstört war. Die Stadt Würzburg übernahm für diese Vertriebenen im Jahr 1956 eine Patenschaft.
Die jüngste deutsche und europäische Geschichte hat deutlich gemacht, dass nur durch Kommunikation und menschliches Miteinander Konflikte überwunden und Frieden gesichert werden kann. Aus diesem Gedanken heraus wurde im Dezember 2008 die jüngste Städtepartnerschaft Würzburgs mit Trautenau/Trutnov in Tschechien ins Leben gerufen.

Allen Opfern von Kriegen, Gewalt und Unrecht gedachten die Teilnehmer eine Minute in Stille.

Vom Treffpunkt aus führte der Weg über den Ringpark durch die Anlage am Haugering Richtung Berliner Platz. Weiter ging es am Rennweger Ring entlang zur Johanniskirche. Der NaturFreund Eberhard Grötsch berichtete der Gruppe, dass beim Luftangriff auf die Stadt am 16. März 1945 die Johanniskirche ausbrannte und fast völlig zerstört wurde. Die Turmruine und Reste der Nordwestfassade ragten noch mehrere Jahre wie Mahnmale in den Himmel. An einen Wiederaufbau war zunächst nicht zu denken. Aktuell steht jedoch die Renovierung der damals neu erbauten Türme an. Die Gruppe hatte die einmalige Gelegenheit auf dem Turm den Ausblick über Würzburg zu genießen.
Im Husarenwäldchen besuchte die Gruppe die Gedenktafeln der Gefallenen beider Weltkriege aus der Stadt und Landkreis Trautenau. Diese Gedenktafeln wurden wie durch ein Wunder vor dem Einschmelzen bewahrt und fanden Ihren Platz im Husarenwäldchen. Bei den jährlichen Heimatkreistreffen der Riesengebirgler wird den Verstorbenen an diesem Ort gedacht.

Durch den Hofgarten der Residenz führte der Weg zur Stephanskirche.
Dort steht das „Denkmal der Versöhnung“. Das Denkmal steht für ein verständnisvolles Miteinander.
Am 2.Dezember 2013 wurde dort die 16. Mosaikplatte „Usmireni“-Versöhnung in tschechischer Sprache verlegt.

Von dort ging die Gruppe weiter in die Neubaustraße zu den Greisinghäusern. Im 3. Stock hat der Riesengebirger Heimatkreis seinen Sitz. Die Gruppe hatte die Gelegenheit auf Einladung des Vorsitzenden Wigbert Baumann die Riesengebirgsstube zu besuchen. In der Riesengebirgsstube werden zahlreiche Gebrauchsgegenstände, Handwerkzeuge, Bilder, Fotos und Erinnerungsstücke aufbewahrt. Im Archiv lagern, Bücher, Zeitschriften, Urkunden und Landkarten.
Die Zeitzeuginnen Margarete Dorsch, Christa Röder, Roswitha Böckler berichteten von ihren Erlebnissen der Vertreibung aus ihrer Heimat.
Für Besucher ist die Riesengebirgsstube Dienstag und Donnerstag von 9.00 bis 11.00 Uhr geöffnet.

Der weitere Weg führte am Oberen Mainkai entlang, über die „Alte Mainbrücke“ zur Zeller Straße.
Auf der Mainbrücke erfuhren die Teilnehmer, dass auch die St. Nepomuk Statue, von der 1946 von sudetendeutschen Katholiken gegründeten Ackermann-Gemeinde, 1956 restauriert und auf der Alten Mainbrücke wieder aufgestellt wurde.

Von dort ging es durch den Landesgartenschaupark zum Rübezahlgarten.
Im Jahr 2014 schenkte die Partnerstadt Trutnov der Stadt Würzburg eine zwei Meter große Holzfigur des Berggeistes Rübezahl. Diese wurde im Landesgartenschaupark von 1990 in Würzburg aufgestellt.
Der Berggeist Rübezahl wurde somit zu einem Bindeglied zwischen der alten und neuen Heimat und versinnbildlicht die Bemühungen der damals Vertriebenen aus Trautenau, dem heutigen Trutnov um Integration, Versöhnung und Frieden.

Die Wanderung endet an der Straßenbahn Haltestelle der Talavera, an der Friedensbrücke. An der Friedensbrücke wehen die Fahnen der 10 Partnerstädte von Würzburg.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.trautenau.de und www.wuerzburg.de.

Bericht: Andrea Huber
Fotos: Wolfgang Kraus

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Rückblick siehe Veitshöcheim-Blog